Unterwallis - Das Tor zu den Alpen

 

Tag 1 - Nach der Anfahrt am Abend zuvor, als wir noch das wunderbar grosse und klare Panorama über den Genfersee vom Hotelbalkon des obersten Stockes geniessen konnten, machen wir uns heute Morgen früh auf, um die kleinen, aber für die Schweizer Alpen so typischen Murmeltiere auf dem Rochers de Naye zu besuchen.

Vom Hotel aus sind es gerade mal 50 Meter bis zur Bahnstation der Zahnradbahn, die auf den Berg hinauf führt. Die Bahn hält auf Verlangen und wir bezahlen das Ticket beim „Chauffeur“. Die Fahrt dauert länger als man denkt. Die Zeit vergeht aber wie im Flug, denn die Aussicht nimmt von Minute zu Minute zu. Die Geleise führen an kleinen Häusergruppen vorbei, einige mit wunderschönen Blumengärten ausgestattet, andere eher auf das Minimum reduziert, aber auch irgendwie schön.

Ruhig haben es hier allerdings alle, führt doch kaum eine Strasse hier hinauf und die meisten gehen so oder so mit der Bahn ins Tal. Holpernd und rüttelnd erklimmt das alte Bähnchen langsam aber sicher den Berggrat. Kein Wunder ist hier eine Zahnradbahn nötig, hier hätte man gar mit dem Moto seine Mühe auf dem Sitz zu bleiben.

Nach gut 30 Minuten Fahrt und einigen kleinen Zwischenstopps erreichen wir durch einen längeren Tunnel die letzte Kehre. Die handvoll Touristen, die sich neben uns in der ersten Bahn eingefunden haben verschwinden allesamt gleich im Bergrestaurant, um sich vor dem noch frischen Wind in Sicherheit zu bringen. Genau das haben wir gehofft, denn so können wir die ersten Murmelis gleich neben dem Hotel in einem kleinen Gehege für uns alleine bestaunen.

Idealerweise besteht hier ausserdem die Möglichkeit, durch zwei Verbindungskanäle ins Zentrum des Geheges zu gelangen und von dort einerseits näher am Geschehen zu sein und andererseits ins innere des Murmelibaus zu sehen. Auf Grund des schönen Wetters haben sich allerdings alle Tiere auf dem etwas stoppeligen Gras versammelt und geniessen die noch schwachen Sonnenstrahlen.

Etwa 500 Meter vom Restaurant entfernt finden sich dann noch weitere 6 bis 7 Gehege anderer Murmeltierarten. Allerdings sind diese um einiges menschenscheuer und nur schwierig zu bestaunen. Ein Glück, dass wir alleine da sind, so trauen sich nach einiger Anfangscheue doch noch einige ins Freie. Mit frisch gepflückten Blumen lassen sie sich dann gar bis an den Zaun locken und so wunderbar betrachten.

Rund eine Stunde später fährt der nächste Zug ein und wie erwartet stürmen die Touris nun den Berg. Wir machen uns derweil auf und erklimmen den Sendemast oberhalb des Restaurants. Mit einer fantastischen Aussicht über den Genfersee und angrenzende Regionen werden wir für unser frühes Aufstehen belohnt. Inzwischen brennt die Sonne ziemlich runter, die Murmelis haben sich allesamt in ihre Höhlen verzogen und so bleibt uns nur noch der Besuch im Alpenkräutergarten auf der gegenüberliegenden Bergflanke, bevor wir uns wieder an die „Abfahrt“ machen. Zurück im Hotel packen wir unsere sieben Sachen auf die KTM und kurven los.

Von Glion aus geht’s zuerst mal steil bergauf. Gleich einige wirklich steile und daher eher langsam zu fahrende Kehren fügen sich aneinander, bis man Caux erreicht. Auf einer schmalen Strecke dem Hang entlang kurven wir danach gemütlich durch den angenehm kühlen Wald. Zwischendurch eröffnen sich uns immer wieder weiträumige Aussichten, die man allesamt in der Strassenkarte aus Aussichtpunkte markieren könnte, allerdings wäre die karte dann wohl kaum noch leserlich.

Bevor man sich wieder gegen unten orientieren muss, erreicht man ein kleines Restaurant, welches als kleiner Stützpunkt für Gleitschirmflieger dient, denn nicht weit entfernt befindet sich eine beliebte Absprungschanze für diese Sportart.

Nach einer kurzen, steilen und kurvenreichen Abfahrt erreichen wir die Abzweigung zum Col de Chaude. Wenn wir schon mal da sind, so lassen wir uns den natürlich auf keinen Fall entgehen. Also ab die Post wieder nach oben.

Nach ein paar Kehren finden wir an einer steilen und kantigen Felsnase, wo ehemals der Fels abgebrochen ist, eine ideale Pausenstelle. Immerhin ist inzwischen 13 Uhr schon vorbei und unsere Mägen melden mit wildem Knurren ihren Hunger an. Schnell haben wir zwischen den Steinen einige trockene Äste zu einem kleinen Feuer zusammengetragen und schon kurz darauf brutzeln über den Flammen zwei saftige Bratwürste. Keine Frage, den zwei Africatwinfahrern, die in dieser „Brat-Zeit“ an uns vorbei fahren, muss es schwer fallen, sich weiterhin auf das Fahren zu konzentrieren, muss ihnen auf Grund des feinen Geruchs doch das Wasser im Munde zusammen laufen.

Der Col de Chaude führt zu einer kleinen, ruhigen Alp und ist kein durchgängiger Pass. Deshalb kommen uns eben jene, wahrscheinlich inzwischen beinahe ausgehungerten AT-Fahrer auch etwas später wieder entgegen, als wir die Bratwürste verschlungen haben und selbst in Richtung Passhöhe steuern.

Auf den Wiesen stehen viele kleine Blumen und werfen neben aromatischen Gerüchen intensive Farbenpracht als Waffe in den Kampf um die Aufmerksamkeit ihrer Bestäuber. Uns soll es recht sein, kommen wir so doch mal wieder in den Genuss einer kurzen Nachmittagspause auf einer typischen Gebirgswiese.

Erst nachdem wir die zuvor schon einmal passierte Abzweigung nach Caux hinter uns haben, beginnen die wirklich interessanten Kehren. Knapp ein Dutzend Haarnadelkehren sind es, bis man zu seiner Linken das Wasserschloss „Chateaux de Chillon“ zu Gesicht bekommt, dessen Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen.
 
Auf der Hauptstrasse bei Villeneuve angekommen, halten wir nach Süden, um gleich in Yvorne (vor Aigle) wieder in die Höhe zu ziehen. Das Dorf fügt sich ein in die überall vorhandenen Weinrebenhänge und strahlt eine sympathische Ruhe aus. Am Chateau de Maison Blanche, einem weissen, in der Sonne leuchtenden Schlösschen mit einem stattlichen Rundturm vorbei, geht es auf einer schmalen Strasse den hang hinauf.

Etwas oberhalb trifft man wieder auf die grosse Strasse in Richtung Corbeyrier. Nach gut 20 super zu fahrenden Spitzkehren und dem Durchqueren zweier kleinerer Weiler erreicht man im vollen Kurvenrausch das „Tunnel des Agites“, welches in Richtung La Lecherette führt. Allerdings wird man dort von einem kleinen Schild am Strassenrand gestoppt, welches darauf hinweist, dass die Strecke nur an Wochenenden und zu gewissen Zeiten zu befahren sei. Einerseits, weil diese Teilstrecke inkl. dem Tunnel nur einspurig ist, und andererseits, weil das Gelände dahinter dem Militär gehört und Wochentags für Militärübungen verwendet wird.

Das scheint einen Ferrarifahrer kaum zu stören, kommt er uns doch im stattlichen Tempo im Tunnel entgegen, als wir gerade um eine Ecke kommen. Auf Grund seines extrem lauten Motors kann er dann auch kaum verstehen, weshalb wir wie wild mit den Armen fuchteln, als wie seinetwegen im Tunnel eine Vollbremsung vollziehen müssen. Immerhin, einmal mehr bin ich um mein ABS am Moto froh.

Kaum haben wir den Tunnel verlassen, brennt uns die Sonne auf den Nacken. Es ist heiss und wir sind froh, das frische Lüftchen um uns zu spüren. Die Umgebung ist genial und umso besser, als wir sie kaum mit anderen Verkehrsteilnehmern teilen müssen. Wie das abgerollte Band aus einer Kassette schmiegt sich die Strasse zwischen Bergspitzen, Wald und See. Unzählig viele kleine Brücken, die alle nummeriert sind, bilden den Countdown bis zur Hauptstrasse des Colle des Mosses.

Zwischen einigen Bäumen erspähen wir das Zelt eines anderen Motorradfahrers, der es sich hier bis zum nächsten Morgen bequem gemacht hat. Eigentlich ideal hier, schliesslich ist man beinahe alleine, geniesst daher meist wunderbare Ruhe, sofern nicht gerade einer mit einer grossen KTM vorbei knattert und hat fast überall einen Bachanschluss.

Auf dem Colle des Mosses versammeln sich bei schönem Wetter unzählige Biker im Restaurant auf der Passhöhe und da heute sehr schönes Wetter ist und sich die Bikes schon in zweiter Reihe „stauen“, fahren wir gleich weiter.

Zur Zeit wird der Belag der Strecke erneuert, was zur Folge hat, dass der alte Belag an den meisten Stellen abgekratzt ist und sich beim Darüberfahren unangenehme Schwingungen auf Grund der Längsrillen ergeben, die das Motorrad irgendwie „schwimmen“ lassen. Auf jeden Fall ist die Bremswirkung ziemlich reduziert, was vor allem einer Rennmaschine vor mir zu schaffen macht. Ich kann ihm nachfühlen, es muss sehr unangenehm sein, immerhin hat er zusätzlich eine wirklich nachteilige Sitzposition. Aber eben, er hat sein ja selbst Bike gewählt.

In einer der wenigen Haarnadelkurven biegen wir links ab, denn wir wollen nicht runter nach Aigle, sondern über den Colle de la Croix. In „Les Diablerets“ folgen wir dann der Passtrasse. Sie führt zuerst mal in ein Tal, das von wuchtigen Felswänden umgeben ist. Kaltweisse Wolken ziehen um die grauen Gipfel der Felstürme und hüllen das Ganze in eine komisch stille Atmosphäre.

Wirklich lange ist der Pass aber nicht, besonders, wenn man auf Grund fehlenden Gegenverkehrs etwas heftig am Gashahn dreht. Doch die Fahrt lohnt sich trotzdem. Denn es folgt ja auch noch die Abfahrt und die ist auch nicht von schlechten Eltern, allerdings mehr was die Umgebung betrifft, denn bezüglich Kurvenzahl.

Von Gryon fahren wir nach Bex. Wer Lust und Zeit hat kann in bzw. unter diesem Ort eine riesige Salzmine besichtigen (siehe Tipps) . Wir allerdings nehmen die Autobahn nach Sion. Nach einem gemütlichen Spaziergang an der alten Burg vorbei im Stadtzentrum, das vom Hotel in etwa 15 Minuten zu Fuss zu erreichen ist, und einer feinen Pizza (dem Italiener vertrauen wir was Essen an-geht immer noch am meisten), legen wir uns bald hin, denn morgen geht das Programm schon früh weiter.

Tag 2 - Um möglichst ohne andere Besucher den grössten unterirdischen See Europas geniessen zu können, machen wir uns schon um halb Neun Uhr auf dem Weg nach St. Léonard, das keine 10 Kilo-meter von Sion entfernt ist.

Dort werden wir allerdings jäh enttäuscht, denn der werte Inhaber lässt die Höhle erst nach mehr als einer Stunde Verspätung öffnen. Er hat am Abend zuvor zu tief ins Glas geschaut und ist auch jetzt noch nicht fähig, selbst anzutanzen. Zwei Schüler, welche die Führungen machen, aber keinen eigenen Schlüssel besitzen, versuchen die inzwischen zahlreich erschienen Gäste etwas zu beschwichtigen.
Nach einer kurzen Tour per Schiff über den Untergrundsee, drohen sie allerdings untergründig, uns allesamt ins Wasser zu befördern, sollten wir neben der bereits abgelieferten Eintrittsgebühr nicht auch noch etwas Trinkgeld an sie abliefern (sie machen das ganze offenbar ohne Lohn nur gegen Trinkgeld). Allerdings lässt sich kaum jemand erweichen und erpressen schon gar nicht und gegen die grosse Überzahl getrauen sie sich dann doch nicht, das Boot zum Kentern zu bringen.

Nach dieser etwas zu langen, nicht so eingeplanten Besichtigung, holen wir unsere Sachen im Hotel und beginnen die heutige Tagesetappe. Wir durchqueren Sion und halten direkt auf Savièse zu. Die Strecke führt uns durch malerische Weinrebenhänge. Kein Wunder gedeihen die Trauben hier ausserordentlich gut, ist es doch erste knapp Mittag und doch brennt die Sonne schon heftig herunter. Bis hinauf nach Chadolin ist man immer umgeben von Weinreben und kleinen Dörfchen, die irgendwie Ruhe, Gelassenheit und einen gewissen Charme versprühen. Evtl. liegt es ja bloss an der Hitze in meinem Helm, dass ich das zu spüren glaube, aber ich kann mir nicht helfen, diese Reben und vor allem die gute Aussicht über das unter uns liegend Tal haben es in sich.

Die eigentlich wirklich interessante Strecke beginnt allerdings erst hier, nachdem man im Dorf rechts in Richtung Col de Sanetsch abgebogen ist. Wir tauchen ein in den kühlen Wald und eine Unzahl von Kurven lassen das Bikerherz höher schlagen. Teilweise schroffen Felswänden entlang, dann wieder durch lauschige Waldstücke an Schluchten vorbei lotst uns die manchmal etwas enge Strasse den Berg hinauf. Gegenverkehr hat es nicht viel, aber wenn, dann sicherlich in dem Moment, wenn man gerade mal ein Auto überholen will.

Unter uns im Tal fliesst das Flüsschen „Morge“ und hat sich im Laufe der Jahrtausende einen tiefen Kanal gegraben. Bremsen, Gas geben, bremsen, Gas geben, so geht das die ganze Zeit, denn  meist sind die Kurven nur schwer einsehbar. Erschwerend kommt hinzu, dass man immer mal wieder etwas Neues zum Bestaunen zu Gesicht bekommt.

Nach zwei steilen Haarnadelkurven erreicht man dann die Strasse, die von Conthey her kommt. Ab da ist der Weg vorerst nicht mehr so verwinkelt, dafür kann man mal richtig am Gashahn drehen.

Das Caffe-Restaurant Beau-Site an der Coppet sur Conthey ist dann sicherlich sehr gut zu erkennen. Meist hat es viele Autos davor und ausserdem steht eine überdimensional grosse Weinflasche vor dem Haus. Sie eignet sich vor allem für jene, die hier gerne eine typisch schweizerische Mahlzeit geniessen wollen, z.B. Fondue.

Etwa einen Kilometer danach, bei der Posthaltestelle Grand-Zour, muss man rechts halten und nach guten zwei weiteren Kilometern gelangt man an ein Rudel Kurven, denen man einfach nicht ausweichen kann. Ideal gelegen für ein Foto mit einem Wasserfall im Hintergrund und eine wunderbare Kombination von fünf schnell aufeinander folgenden, engen Kehren. Damit ist nun aber nicht etwas Schluss, nein, schön häppchenweise werden einem nun bald darauf auf freier Ebene weiter fünf Spitzkehren serviert und dazu gibt es eine grosse Portion Panorama präsentiert, bevor man dann an das etwas spezielle Tunnel gelangt.

Während es links steil der Hang runter geht türmt sich rechts von einem eine steile, brüchige Felswand auf. Und brüchig ist durchaus wörtlich zu nehmen, wie wir kurz darauf erfahren, als wir durch das kaum beleuchtete, mit Wasser durchfeuchtete und mit schlechtem Belag (wenn überhaupt) ausgelegte Tunnel fahren. Denn kaum kommen wir auf der anderen Seite raus, da versperrt uns ein Erdrutsch die freie Bahn. Wir weichen dem Erdwall auf der rutschigen, schlammigen Sauce aus und bahnen uns den Weg auf der Gegenfahrbahn. Nun ja, Schiefergestein hält halt nicht so wie Granit.

Die Passhöhe selbst ist eher unspektakulär, allerdings versprüht der Gletscher im Hintergrund etwas Norwegen-Flair. Hätten wir das gewusst, hätten wir wohl unser Zelt mitgenommen und hier oben campiert, Verbot hin oder her!

Von der Passhöhe geht es dann wieder auf gutem Belag auf der anderen Seite runter. Schon von oben erkennt man den kleinen, türkisgrünen Gletschersee, den man über eine kleine Zwischenebene schnell erreicht.

Nach einer Erholungspause auf einem kleinen Kiesparkplatz mit Aussicht auf die andere Talseite, wo auch Gstaad liegt, fahren wir zurück. Allerdings nicht ganz bis nach Sion. Über St. German folgen wir der kurvigen Strecke bis nach Ardaz, wo wir steil den Berg hinauf nach Anzère halten. Wieder können wir uns einem halben Dutzend schöner, zwischen Bäumen eingepasster und vereinsamt da liegender 180°-Kehren erfreuen. Verkehr? Fehlanzeige. Hier oben am Hang hat es kaum andere Fahrzeuge. Fast alle wälzen sich weit unter uns über die Autobahn und verpassen dabei die friedliche Ruhe, die uns so sehr gefällt.

Fast alle Orte in dieser Region haben irgendwo auf ihrem Gemeindegebiet Skilifte und andere Wintersporteinrichtungen. Auch in Anzère finden sich genügend. Allerdings liegt die Ortschaft zur Zeit sozusagen in einem Dornröschenschlaf, denn es ist Sommer und da läuft generell weniger als im Winter und die Sommerferien haben noch nicht begonnen. Wir halten an einer schönen Wiese an und legen uns ins Gras. Einmal mehr verstehen wir nicht, weshalb wir nicht im Wallis wohnen. Während bei uns Regen angesagt ist, brennt hier die Sonne derart runter, dass wir nach 10 Minuten in den Schatten fliehen müssen, da wir sonst wohl gleich durchgegart würden.

Nach dieser kleinen Erholung nehmen wir den letzten kleinen Ritt hinunter nach Sierre in Angriff. Eigentlich wollten wir noch über Montana und Venthône fahren, um noch einige Kehren mehr einzusacken, aber langsam wird es spät, die vielen Kurven brauchen eben doch mehr Zeit, als wir dachten. Wir folgen der grössten Strasse immer in Richtung Talgrund. An Lens vorbei schwingen wir gemächlich nach unten. Lange dauert es nicht und wir erreichen das Stadtzentrum von Sierre, wo wir auf die Strasse nach Osten einschwenken. Nach gut 15 Kilometern stechen wir in Steg scharf nach Norden, um in Goppenstein den Autozug zu erreichen. Wir sind noch keine 2 Minuten da, und haben kaum die 15 CHF bezahlt, da können wir auch gleich zum Zug. Allerdings stellen wir unser Bike nicht wie bei anderen Autozügen sonst üblich in einen der offene Wagen, sondern in einen ehemaligen Postwagen, in welchem unser Bike ideal geschützt ist. Noch kurz festgezurrt, dann setzen wir uns ins Abteil nebenan. Eigentlich müssen wir uns gar nicht gross ausziehen, die Durchfahrt dauert gerade mal 15 Minuten.

Wirklich genial, so sparen wir viel Zeit, in welcher sonst hätten an Martigny und dem am Genfersee entlang nach Norden, oder durch das ganze Wallis über einen der Alpenpässe fahren müssen. So aber können wir gleich nach dem Tunnel runter nach Thun und dort auf die Autobahn.

Kaum kommen wir auf der anderen Seite aus dem Tunnel erwartet uns das, weshalb wir ins Wallis geflüchtet waren, heftigster Dauerregen. Na ja, was solls, immerhin konnten wir mal wieder ein ganzes Wochenende lang Erholung und etwas Reisefeeling tanken, in der Sonnenstube der Schweiz!