Jura eine Region voller abgelegener Strassen

Der Jura, ein sanftes „Falten-Gebirge“, das vor 2 bis 10 Mio. Jahren entstanden ist, bildet heute ein wahres Motorradfahrerparadies, welches mir geeignet erscheint als Prüfgebiet für den Langstreckentest einer Reiseenduro.

Das Testobjekt ist eine Honda XR 1000 Varadero ABS und die Testmessgeräte sind zwei Popo-Meter und einige weitere biologische Sensoren. Ich will eine der vielen möglichen Nachfolgerinnen meiner vor kurzem „abgeserbelten“ Africa Twin ausprobieren und was eignet sich da besser, als eine ausgedehnte Tour durch die schönen Juratäler. Für diese Gelegenheit hat mir mein langjähriger Mechaniker Urs von der Honda-Vertretung „Schlatter-Motorräder“ in Winterthur zu vergünstigten Konditionen eine Varadero zur Verfügung gestellt.

Ein wenigstens teilweise auch noch für Kiesstrassen einsatzfähiges Moto mit ABS zu finden ist nicht leicht, denn es bleiben aus der heutigen, riesigen Auswahl an Motorrädern nur wenige übrig. Ursprünglich als Nachfolger der Africa Twin auf den Markt gebracht, hat die Varadero sich einen eigenständigen Markt erobert und ihre eigene Fangemeinde gefunden. Danke hier nochmals an Schlatter Motorräder für die Maschine und das Entgegenkommen mit den Konditionen.

Kurz nach 9.00Uhr also starten wir unsere Tour in Solothurn. Eigentlich lockt Solothurn selbst schon für einen Aufenthalt, denn der schöne alte Stadtkern mit der Kirche und den diversen alten Bauten ist sicherlich einen Halt wert. Doch heute haben wir anderes im Sinn. Der Jura mit seinen sanften Erhebungen lockt uns mit einer Fahrt ins Grüne.

Als erstes können wir uns am Weissenstein erfreuen. Schon bei der Anfahrt recken sich die Felsen aus dem Grün des Waldes, und lassen auf einen schön knackigen Pass hoffen. Wir werden nicht enttäuscht. Die Kurven sind eher eng und die Strassen schmal. Mich erinnern das ganze Fahrgefühl und vor allem die Kurven dieses Passes an den Col di Sampeyre in Italien. Der uns umgebende Wald macht das Ganze komplett. Es ist frisch und einige kleine Nebelschwaden hängen vereinzelt noch über der Strasse. Diese sind jedoch arg bedroht von der aufsteigenden Sonne, welche einen schönen Tag verspricht. Andere Fahrzeuge treffen wir hier kaum an. Eine Ausnahme macht da ein kleiner, vor sich hin stinkender LKW, der uns eine Weile aufhält, denn die Strasse ist selten breit genug, um ein Motorrad passieren zu lassen.

Auf einer Wiese einer kleinen Zwischenebene hat sich ein Wohnmobil installiert. Die Besitzer haben erst vor kurzem einen Minitisch davor in Stellung gebracht und darauf ihr Frühstück ausgebreitet. Gemütlich fläzen sie sich in ihren Liegestühlen und  wärmen sich in der Sonne, während wir an ihnen vorbei knattern. Kurz darauf erreichen wir die sehr unspektakuläre Passhöhe auf 1275 m.

Die Abfahrt hinunter nach Gänsbrunnen ist nicht besonders packend. Zwei bis drei 180Gradkurven und dann nur noch einwenig Geschwenke und schon ist man unten. Die Varadero macht sich gut, bloss meine Sozia erwähnt nebenbei, dass sie mit ihr einige Schläge mehr kassiert, als früher mit der AT. Da sie direkt über der Hinterachse sitzt, machen ihr Bodenunebenheiten etwas mehr zu schaffen. Dafür verfügt sie im Gegensatz zu früher nun über einen eigenen, breiten und bequemen Sitz.

Von Moutier aus wollten wir eigentlich direkt nach Souboz, doch irgendwie verpassen wir die Abzweigung und landen in Sorviller. Nun, denselben Weg zurück ist nicht amüsant und so versuchen wir über Champoz eine Abkürzung zu finden. Die Strecke ist sehr schön und, wie bisher der ganze Jura, fast gar nicht befahren. Die Verbindungsstrasse zurück auf die ursprüngliche Route finden wir auch nach einigem Suchen nicht und so machen wir halt einen Kurzabstecher zum Aussichtspunkt Moton. Ganz bis zum Spitz kann man nicht fahren (Fahrverbot), aber auch so ist es schön. Der letzte Teil ist übrigens Kiesstrasse. Die Aussicht ist wegen des morgendlichen Nebels noch etwas eingeschränkt, aber trotzdem beeindruckend. Ein Bauer in Champoz erklärt uns dann freundlicherweise, dass man für die Abkürzung eine Crossmaschine benötigen würde. Wir glauben zwar nicht ganz was er sagt, aber machen uns dann doch auf den Weg über die lange und gemütliche Abfahrt nach Moutier, wo wir den richtigen Abzweiger schnell finden.

Die folgende Strecke ist mit Kurven gespickt. Obwohl man dies eigentlich von der ganzen bisherigen Strecke sagen kann. Mir gefallen vor allem die mittellangen Kurven, wo man schön schwingen kann. Die Varadero ist dafür richtig gut geeignet. Bloss hat man da manchmal das Gefühl, das Hinterrad schlingere ein wenig. Dies kann ich aber schlussendlich auf die weit hinten sitzende Sozia zurückführen. Sitzt sie ganz eng bei mir, was bei dem Sitz allerdings nur erschwert möglich ist, so verschwindet das unangenehm schlingernde Gefühl sofort.

Es folgt die „Gorges du Pichoux“, eine eindrucksvolle Schlucht auf dem Weg nach Undervelier. Von beiden Seiten wird man von Felsen bedrängt und die Strasse quetscht sich zwischen durch. Ein kleiner Bach, der von einem Wasserfall gespiesen wird, schlängelt sich parallel zur Strasse talwärts. Er kann allerdings nur von den bergwärts fahrenden Leuten gesehen werden, weil er sich hinter einem kleinen Felsvorsprung versteckt.

Von Bassecourt geht es dann wiederum auf kleinen Strässchen nach Montavon. Wohlbemerkt, „nach“ nicht „ins“. Montavon bzw. Montafon ist sicherlich einigen ein Begriff. Auch dort lässt es sich wunderbar Touren fahren, aber dieses hier liegt im Jura, nicht in Österreich.

Den kleinen Pass „Les Rangiers“ erreicht man über eine sehr gut und breit ausgebaute Strasse, die von Deveilier her kommt. Allerdings fällt mir ausser den z.T. extrem schnell fahrenden Rennmaschinen nichts speziell Erwähnenswertes zu diesem Pass ein. Ich würde sagen schon eher langweilig. Aber wie gesagt, auf Schnellfahrer mit Strassenmaschinen übt er offenbar doch seine Anziehungskraft aus. Wir ziehen weiter nach Saint Ursanne und obwohl der Karte eigentlich nichts zu entnehmen ist, finden sich hier einige schöne Kurven, die einem Alpenfeeling vermitteln, bevor man sich dann in Saint Ursanne ins Mittelalter zurück versetzt fühlt.

Das kleine, sehr schön erhaltene Städtchen begrüsst Besucher mit einem wuchtigen Stadttor mit Türmchen und eignet sich ausgezeichnet für eine Kaffeepause. Viele Leute bummeln durch die Gässchen und verbreiten eine angenehm entspannte Atmosphäre.

Schon kurz nach dem Städtchen halten wir uns rechts und folgen dem Weg den Berg hinauf. Ein getunter BMW will Spielchen spielen, doch mir ist heute so gar nicht nach Autos degradieren zu Mute und so lasse ich ihn langsam hinter mir versauern, denn mit Überholen ist auf diesem Streckenabschnitt nichts. Irgendwann hat der BMW ein Einsehen und zweigt an einem Kreisel missmutig ab. Einige schöne Kurven später erreichen wir den Col de la Croix. Zuoberst gar 2-spurig für bergwärts Fahrende, hätte der BMW hier noch eine Chance gehabt, doch aufgegeben ist aufgegeben.

Gilberte de Courgenay ist das nächste, was wahrscheinlich so jedem älteren Schweizer Motorradfahrer beim nächsten Ort einfällt. Hier in diesem kleinen unscheinbaren Ort „Courgenay“ bewirtete sie einst zu Weltkriegszeiten unsere Wehrmänner und erlangte durch ihre herzliche Art einen weit herum bekannten Ruf. Daraus folgte das Lied mit dem noch oft geläufigen Refrain «...elle connait trois cent mille soldats et tous les officiers! C'est la petite Gilberte, Gilberte de Courgenay...». Ein Theaterstück folgte und später sogar ein Film mit Annemarie Blanc in der Titelrolle, der die Geschichte neu aufrollte und sie noch berühmter machte.

In Porrentruy machen wir dann Mittagshalt. Einige kleine Restaurants buhlen hier mit winzigen Terassen um die möglichen Gäste. Für günstige 17 CHF erhalten wir hier ein Menu mit Salat, Hauptgericht und Dessert. Irgendwie sind die Preise hier noch anders als in Zürich.

Nach einem feinen Caramelköpfli sitzen wir wieder auf und lassen den Motor uns beim Verdauen helfen. Seine Massagetätigkeit nehmen wir nun gerne in Anspruch. Nicht weit und wir erreichen den kleinen, nicht besetzten Grenzübergang nach Glère, Frankreich. Das Wetter ist inzwischen so schön, dass wir gar ins Schwitzen kommen. Schmetterlinge kreuzen unseren Weg und Insekten summen über die Wiesen. Viele schöne Blumen säumen den Wegrand und schmücken die Gärten der Häuser. Sie tauchen die Umgebung in ein farbenfrohes Meer und ich komme mir vor wie irgendwo im Süden.

Nun geht es genau so schnell wieder zurück in die Schweiz. Allerdings nehmen wir hier einige schöne Kurven mit, bevor wir erneut über einen noch kleineren, unbemannten Zoll ausreisen. Die schmalen Strässchen sind menschenleer und wir geniessen das unbeschwerte Fahren ohne Gegenverkehr.

Die Gegend zwischen Soubey und Le Cernil erinnert mit ihren locker stehenden Bäumen und den grün-bräunlichen Wiesen schon fast ein wenig an den Ofenpass, nur dass hier die Strasse einiges beengender ist, viel weniger Verkehr herrscht und vor allem keine Rücksicht auf evtl. auftauchende Bären genommen werden muss. Allerdings haben das auch andere erkannt und so nimmt die Verkehrsdichte kurz vor Le Cernil stark zu. Viele haben am Wegrand parkiert, geniessen an einem Feuer das schöne Wetter und knabbern an ihren selbst gebratenen Würsten.

Für die Strecke bis nach St. Imier folgen wir der grossen Verbindungsstrasse. Sie bietet nicht viel Abenteuerliches. Da würde sich evtl. der Col du Mt. Croisin von Courtelary als Ausweichroute anbieten. St. Imier selbst ist auch nicht sonderlich sehenswert, doch ist dieses kleine Städtchen allen Pferdenarren ein Begriff. Sozusagen im Mekka der Pferdezüchter befinden wir uns nun. Und wie könnte es da anders sein, als dass die Innenstadt wegen einem „Concours hippique“ gesperrt ist.

Über eine Umfahrung gelingt es uns dennoch, die Auffahrt zum Chasseral zu finden. Über eine lange kurvenreiche Strecke führt die Strasse den Berg hinauf über den Col des Potins (1`110m) bis über die Baumgrenze. Über den Chasseral, 1`607m hoch und damit die höchste Erhebung des Jura, führt die Verbindungsstrasse ins südlich gelegene La Neuveville. Dort, wo die Strasse allerdings wieder hinunter führt, ist noch nicht der höchste Punkt erlangt. Dieser kann nur über eine kostenpflichtige (2CHF) Privatstrasse erreicht werden. Ein riesiger Sendeturm ragt in die Höhe und nicht weit davor findet sich das Ende der Strasse mit einem grosszügigen Parkplatz neben einem stattlichen Gasthaus und einer fantastischen Aussicht. Auch die durch den Höhengewinn „erfahrene“ Abkühlung lässt sich hier oben gleich doppelt geniessen. All das lockt die Ausflügler, sowie die zahlenmässig unterlegenen Überflieger, auch bekannt als Deltasegler und Gleitschirmflieger, zu einer gemütlichen Pause auf die Sonnenterrasse.

Nach einer Abfahrt entlang der zuerst kahlen Hänge, tauchen wir wieder in die schönen Jurawälder ein. Es geht nun hinunter bis nach St. Blaise und zum in der Sonne glitzernden Neuenburgersee. In Neuchâtel decken wir uns bei einem netten Primo-Besitzer nochmals mit Lebensmitteln ein. Die Hilfsbereitschaft, die uns entgegen schlägt, als wir ihm erzählen, dass wir noch keine Übernachtungsmöglichkeit für diese Nacht haben, haut uns fast aus den Socken: Sofort holt er sein Mobiltelefon und telefoniert eine ganze Weile in der Gegend umher, nur um uns danach mitteilen zu müssen, dass es leider in der Region um Neuenburg auf Grund eines Musikfestivals keine freien Schlafplätze mehr hat. Uns kümmert das wenig, haben wir doch sowieso geplant, eher abseits eine Schlafmöglichkeit zu finden.

Richtung La Chaux-de-Fonds kommen wir an einem kleinen, besonders ruhig wirkenden Dörfchen vorbei, das auch noch mit einer stolzen Burg aufwarten kann. Ein Hotel soll gemäss Beschilderung hier auch zu finden sein. Also nichts wie hin. Doch erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Das Hotel, obwohl überall als solches angeschrieben, sei schon seit sieben Jahren geschlossen und es gebe auch sonst keinen Ersatz hier im Dörfchen. Doch man geht uns sofort mit den bereit liegenden Hotelführern zur Hand. Es komme oft vor, dass Touristen dieses Hotel ansteuerten und man habe sich daher entsprechend ausgerüstet, anstatt die Hausbeschriftung zu entfernen.

Mit einigen Hoteladressen machen wir uns weiter auf den Weg. La Chaux-de-Fonds entspricht nicht unserem Gusto und Le Locle – trotz Erfolg versprechendem Namen – erst recht nicht. Die beiden Städte wirken aus unserer Sicht ganz und gar nicht einladend. Wir beschliessen, unser Glück im Ausland, sprich im nahe gelegenen Frankreich zu suchen.

Keine 200 Meter nach dem Zoll zwischen Le Locle (CH) und Morteau (F) führt eine Nebenstrasse links weg in Richtung Le Chauffaud (F). Zwei kurvige Kilometer nach dem kleinen, verschlafenen Örtchen Chauffaud liegt zur Rechten ein massives, altes Bauernhaus: Die Herberge «Sur la Roche». Die Tatsache, dass sich bereits vier weitere Motorräder zu diesem idyllischen Heim verirrt haben, macht uns die Herberge auf Anhieb sympathisch. Als wir Handschuhe-ausziehend durch das Gartentor stampfen, begrüsst uns sogleich der «Hausherr», ein grosser, schwarzer, gemütlicher Hund. Im Vorgarten finden sich ein grosser Holztisch, ein Ping-Pong-Tisch, ein Volley-Ball-Netz sowie einige Liegestühle zur freien Benutzung. Das Haus selber ist im alten Bauernstil und schafft somit eine heimelige Atmosphäre.

Beim Eintreten werden wir sogleich von der Chefin empfangen, welche uns eines der Zimmer zeigt, in welchem wir übernachten dürfen. Es ist rustikal eingerichtet: Ein Doppelbett, zwei Kajütenbetten, ein grosser Schrank, ein Sofastuhl, Nachttischchen, und weil das alte Haus noch nicht so gut isoliert ist natürlich warmen Bettdecken. Nebst der eigenen (jedoch ausserhalb des Zimmers liegenden) Duschzelle fällt uns vor allem die Toilette auf, welche durch ihr lautes Gurgeln beim Spülen schon beinahe ein wenig an ein «Toi-Toi»-Klo erinnert. Wenn auch etwas unheimlich, so ist es doch sauber – und es funktioniert, das ist die Hauptsache.

Obwohl eine Sauna und andere Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, begnügen wir uns mit einer heissen Dusche und setzen uns danach etwas in den Garten um noch einige Strahlen der wärmenden Abendsonne einzufangen. Der familiäre Charakter der Herberge wird mit einem gemeinsamen Abendessen noch einmal unterstrichen. Mit den anderen Gästen, alle ausschliesslich Französisch sprechend, bedienen wir uns mit Brot, Schinken und Speck-Rösti. Typisch Französisch ist dann das Dessert: eine schmackhafte Käseplatte. Dazu gibt es nach Belieben Wein, Wasser, Tee, Kaffee oder für die eingefleischten Schweizer eine heisse Schokolade. Erschöpft von dem erlebnisreichen Tag werfen wir uns gleich nach dem Abendessen in die Federn und geniessen die herrliche Stille bis wir nur kurze Zeit später zufrieden einschlafen.

Das Frühstück am nächsten Morgen ist zwar unseren Erfahrungen nach für Frankreich sehr untypisch, nämlich mit viel verschiedenem Brot, Honig und anderen feinen Sachen, was in unserem Falle jedoch positiv zu werten ist, denn wir haben da schon ganz anderes erlebt (1 Croissant, 1 Bütterli, 1 Konfi, 1 Gertränk; fertig)

Der Sattel ist nass vom Tau und es ist bedeckt als wir abfahren. Die Strassen sind feucht und wir lassen es langsam angehen. Über Morteau fahren wir nach Montlebon, um anschliessend wieder auf die Strasse aus dem Val de Morteau zu treffen. Zwischen Montlebon und Le Cerneux Péquignat überqueren wir ein weiteres Mal ohne Passkontrolle die Grenze und steuern in Richtung La Tourne. Doch Petrus ist heute schlechter Laune. Da muss ihm wohl jemand die morgendliche Milch versauert haben. Diese scheint er nun bei uns loswerden zu wollen. So scheint es zumindest, denn es kommt Nebel auf und meine Brille und das Visier beschlagen so stark, dass ich nur noch mit offenem Visier und ohne Brille fahren kann. Die „Flädli-Suppe“ wird zur „Crèmesuppe“ und bald sehen wir gar nichts mehr. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 50km/h dümpeln wir über den Pass. Er wäre wahrscheinlich schön, doch in diesem Einerlei von Weiss in Weiss sehen wir gar nichts. Ausserdem ist es sehr schwer der Strasse zu folgen, denn das einzige was zur Orientierung nützt, ist der Mittelstreifen. In absolute Watte eingehüllt, erreichen wir die Passhöhe des La Tourne, wo kurz danach das Gasthaus zu einem wärmenden Tee lockt. Wie es wäre, die vielen Kehren den Pass hinunter zu cruisen, können wir uns leider nur vorstellen, denn die Milchbrühe hält uns noch immer gefangen. Erst in Sichtweite des Neuenburgersees lichtet sich die dicke Grütze und da liegt der Pass schon weit hinter uns.

Per Autobahn fahren wir bis nach Biel, wo unsere Reise auch ihr Ende findet. Die Strasse dem See entlang ist übrigens nicht zu empfehlen, denn erstens herrscht dort fast ausschliesslich Überholverbot mit doppelter Sicherheitslinie und zweitens ist auch von der Gegend nicht besonders viel zu sehen. Auch hier gilt: Kleiner ist feiner, sprich Nebenstrassen lassen mehr Freude aufkommen.