Moto-Technik

Einstellungen am Motorrad zum selber Hand-anlegen!

Viele kleinere und grössere Hebel an einem Motorrad lassen sich durch einfache Handgriffe vom Fahrer selbst ideal einstellen. Ist dies aber auch sinnvoll? Auf jeden Fall! Schon rein aus sicherheitstechnischen Gründen sollte ein jeder Motorradfahrer seine Maschine exakt auf seine Körpermasse einstellen.

Was kann man alles einstellen?



1.) Bremshebel Hand
Allgemein gilt, die richtige Höhe des Bremshebels ist gefunden, wenn die gestreckten Fingerbequem auf dem Hebel liegen. In dieser Situation sollten die gestreckten Finger eine Linie mit dem Unterarm bilden.
Neben der Lage der gesamten Armatur ist aber auch die Justierung des Hebels selbst wichtig, d.h. dass der Hebel bei Betätigung nicht soweit gezogen werden kann, dass man sich dabei die restlichen, am Lenker verbliebenen Finger, einklemmt oder im Notfall gar zerquetscht, oder diese gar eine Notbremsung verunmöglichen. Der sogenannte Druckpunkt kann man bei neuen Motorrädern entweder an einer extra dafür bestimmten Mutter gleich an der Armatur verändern, oder aber gemäss Angaben aus dem Handbuch zum Bike.

2.) Kupplungshebel
Die gleichen Einstellungen wie beim handbetätigten Bremshebel können hier ebenfalls gemacht werden.

3.) Bremshebel Fuss
Was für die Hände gilt. Hat natürlich auch Gültigkeit für die Füsse. Hier gilt insbesondere, dass der Bremshebel optimal eingestellt ist, wenn die Füsse entspannt über dem Hebel ruhen. Ist der Hebel z.B. zu hoch eingestellt, so besteht die Gefahr, dass die Hinterradbremse ungewollt betätigt wird. Das genaue Einstellen des Hebels wird normalerweise durch das Verdrehen einer Mutter an der Gewindestange des Bremszylinders erreicht. Wichtig ist allerdings, dass die Probe mit den Motorradstiefeln gemacht werden sollte, da die Stiefel je nach Produkt und Art unterschiedlich „auftragen“ können.

4.) Schalthebel Fuss
Hier muss besonderes auf eine gute Einstellung geachtet werden, denn bei dem häufigen Schaltvorgängen ermüdet das Bein bzw. der Fuss schnell, wenn der Schalthebel falsch positioniert ist.
Die genaue Höhe des Schalthebels erreicht man, indem man die Mutter am Gewinde des Schaltgestänges. Sitzt der Hebel direkt auf der Welle, so kann er an deren Verzahnung verstellt werden.

5.) Federvorspannung
Vor allem für Fahrer, die oft schwer beladen und/oder aber mit Sozia unterwegs sind macht es durchaus Sinn, die sogenannte Federvorspannung zu erhöhen. Dabei wird die Stahlfeder, die sich um die hintere, grosse Federung windet, durch drehen weiter nach Oben zu stellen. Dies deshalb, weil man ja mit Sozia oder aber mit viel Gepäck auf der hinteren Achse mehr gewicht hat, das gefedert werden muss. So kann man ein Durchschlagen der Federung bei starken Bodenwellen verhindern.

6.) Kettenspannung
Die Kette überträgt die Kraft aus dem Motor auf das Antriebsrad. Ist die Kette zu stark angezogen, so könnte es zu einem Kettenriss kommen oder noch schlimmer, zu Schäden im Getriebe führen. Nicht allein auf Grund der Kraftübertragung, sondern vor allem auch auf Grund der Gewichtsbelastung des Fahrers/Beladung und durch die Einfedervorgänge über Bodenwellen wird die Kette gespannt. Daher braucht man eine gewisse Lockerheit der Kette.

Ist die Kettenspannung aber zu klein, sprich hängt die Kette übermässig durch, so könnte die Kette im Extremfall vom Zahnradfallen, was ähnlich problematisch wäre.

Als Faustregel gilt: Die Kette muss gut 2 Finger breit Spiel haben. Besser als sich auf diese Faustregel zu verlassen ist es, sich das Handbuch der eigenen Maschine zu beherzigen und darin nachzuschlagen.

Eine gute, bebilderte Arveitsvorschrift findet man auch unter: www.motorradonline.de