Frühjahrs-Check

Hier die wichtigsten Tipps bzw. das kleine Wartungs-abc

ACHTUNG
Grundsätzlich gilt:

  • Jegliche Manipulationen am Motorrad dürfen nur bei ausgeschaltetem Motor statt finden! Bitte unbedingt darauf achten, dass auch niemand während der Arbeiten am Motor, Kette oder ähnlichem den Zündschlüssel drehen kann. Daher am besten Zündschlüssel abziehen.
  • Auch nie am rollenden Motorrad (auch wenn der Motor ausgeschaltet ist) hantieren (z.B. Kette schmieren). Ein Kollege von mir hat sich dabei fast den Daumen abgetrennt, als er versehentlich mit der Hand zwischen das hintere Ritzel und die Kette kam und sein rollendes Bike nicht stoppen konnte! Hat nicht nur übel wehgetan, sondern die Wunde war wegen des Kettenfettes auch noch schwer zu reinigen.

 

a.) Kettenpflege
1.) Kette entfetten
Die glücklichen Besitzer eines Kardan- oder Zahnriemen-Antriebes dürfen jetzt hämisch grinsend zum nächsten Punkt springen, den anderen sei das weitere Lesen dringend empfohlen. Ist eine Kette mal so richtig mit Fett und Strassenstaub zugebacken, so ist es spätestens Zeit, etwas dagegen zu tun. Am besten nimmt man sich einen Kettenreinigerspray und besprayt damit die ganze Kette intensiv. Nach einer kurzen (je nach verwendeten Mittel unterschiedlich) Einwirkzeit, wird das abtropfende Altfett am besten mit Werkstatt- oder Haushaltpapier aufgenommen und anschliessend fachgerecht entsorgt.
Klappt das „abtropfen“ nicht sofort wie gewünscht so nehme ich auch schon mal eine Zahnbürste zu Hilfe. Aber meist tut es auch ein alten Stofflappen.Beim Einsprühe auch das Ritzel vorne und hinten mitreinigen, überall sauber ist ja schliesslich schöner als, nur partiel gereinigt.


2.) Kettencheck
Liegt nun also die Kette wieder metallisch glänzend auf dem Ritzel, so sollte man die Gelegenheit nutzen und kurz prüfen, ob die Kette noch ok ist. Dies geht so von statten:
Man nimmt die Kette auf Höhe der Mitte des hinteren Zahnrades zwischen Daumen und Finger und zieht die Kette dann nach hinten, also weg vom Ritzel. Ist die kette noch neu, so wird sie sich kaum bewegen. Je weiter sich die Kette vom Ritzel entfernen lässt, desto schlechter ist ihr Zustand. Kann man gar zwischen Ketten und Ritzel durchschauen, so hat die Kette ihre Endalter erreicht.
Als Zweites prüft man den sogenannten „Kettendurchhang“. Je nach Motorrad ist er nicht ganz identisch. Im Handbuch zum Motorrad steht genau, wie viel dieser sein muss. Meist bewegt er sich allerdings zwischen 2 und 4 cm. Der Durchhang wird bestimmt, indem man in in der Mitte zwischen vorderem und hinterem Ritzel die Beweglichkeit der Kette nach oben bzw. unten prüft. Zu wenig kann zum Reissen der Kette führen, also auch nicht zu stark anziehen.
Ist der Durchhang zu gross, so muss man die Kette bzw. die Hinterachse nachstellen. Dies ist je nach Bike leicht unterschiedlich. Auf jeden Fall muss darauf geachtet werden, dass die Hinterachse absolut parallel verschoben wird, da sonst Spannungen auf die Kette kommen, die diese schneller verschleissen können.


3.) Kette schmieren
Ist die Kette nun in Ordnung, so muss man die zuvor entfettete Kette wieder mit einem fettigen Schutzüberzug versehen. Man nimmt also vorzugsweise ein frisches, gut haftendes Fett. Nun wird mit dem Spraystrahl von der Innenseite auf die Kette gesprüht. Am besten geht das, wenn das Bike auf dem Hauptständer steht. Dabei darauf achten, dass man nicht auf den Pneu sprüht, denn dieser soll ja auch weiterhin gute Haftung auf der Strasse haben. Um das ganze etwas einfacher zu machen ist es einfacher, das Ganze mit einem Kollegen zu machen. So kann der eine das Hinterrad und damit die Kette bewegen und der anderen kann gezielt den Strahl auf die Kettengleider richten.
Idealerweise sollten Ketten dann geschmiert werden, wenn sie nach einer Fahrt warm sind. Wenn diese warm sind, so kann das Öl besser in die kleinen Ritzen eindringen, als in kaltem Zustand.


b.) Reifenkontrolle
1.) Reifenprofil
Wichtig ist, dass das profil noch genügend vorhanden sit. Ist es zu gering, so muss der Pneu gewechselt werden. Die minimalen Vorgaben sind von gesetztes Wegen vorgegeben und können von Polizisten geprüft werden. Die Mindesttiefe beträgt gemäss Gesetz 1,6mm.


2.) Reifendruck
Vor jeder längeren Tour aber sicher nach dem „Winterschlaf“ sollte unbedingt der Reifendruck kontrolliert werden. Das geht ganz einfach. Schnell zur nächsten  Tankstelle fahren und Druck überprüfen und gegebenenfalls anpassen.


c.) Bremsen-Checken
1.) Bremsbeläge kontrollieren
Die Bremsbeläge müssen noch genügend Material aufweisen, so dass nicht Metall auf Metall gebremst wird, was einerseits ein scheussliches Quitschen verursacht, und andererseits eine schlechtere Bremswirkung zur Folge hat. Zudem würde bei zu geringen Belägen die Bremscheibe mit der Zeit kaputt gehen, was eine teurer Spass ist. Vielfach hört man, dass man nur Bremsbeläge verwenden soll, die auf die Scheibe eingeschliffen sind. Nun, einerseits hat mein Mechaniker mir gesagt, dass dies nicht stimmt, und andererseits habe ich dies selbst ausprobiert auf meiner Südamerikareise, als ich nicht anders konnte. Das einzige, was man sich in Erinnerung rufen sollte ist, dass die nicht bereits eingeschliffenen Beläge Anfangs nicht die gleiche Bremswirkung erzielen, also etwas schlechter bremsen. Nach kurzer Zeit allerdings haben sie sich an die Scheibe angepasst und funktionieren wie die anderen zuvor auch.

2.) Hydrauliköl
Damit die Bremse funktionieren kann, muss genügend  Hydrauliköl in den Leitungen vorhanden sein. Kontrollieren kann man das am Schauglas am Bremsflüssigkeitbehälter am Lenker. Sie muss klar. Ist sie trübe, so ist wahrscheinlich Wasser ins Sytem gelangt und die Flüssigkeit muss sofort ausgetauscht werden. Allerdings sollte man schon ein geübter Schrauber sein, wenn man dies selbst machen möchte. Ansonsten lässt man lieber den Profi vom Mech ran.

d.) Federgabel

Hat sich Schmutz auf den blanken Rohren der Federgabeln abgesetzt, so sollte dieser vor dem ersten Fahren unbedingt entfernt werden. Schmutz auf dem Federelement kann beim Einfedern dazu führen, dass der Simmerring beschädigt wird. Dies kann dann wiederum zu auslaufendem Federöl der Federgabel führen, was meist zu einem frühzeitigen Ende einer Tour führt. Vor allem wichtig ist dieser Check für Inhaber von Motos mit Up-Side-Down-Gabeln sowie für Biker mit Gabeln, die mit keinen Schutzhüllen versehen sind.