Motorradhelm Schuberth R1


Schuberth R1 – Angenehm ruhig und sicher gut fürs Budget

Farben

  • Red-Spider
  • Grey-Spider
  • Blue-Spider
  • Silber
  • Tiefschwarz (matt oder glänzend)
  • Blue Ice


Allgemeines zum Helm

  • Die Helmschale wird aus P.O.W.E.R.-Fibre in 2 Aussenschalengrössen hergestellt. Diese spezielle Multifaser-Duroplast-Matrix mit Carbon-Anteil verhilft dem Helm zu einer außergewöhnlichen Festigkeit bei geringem Gewicht.
  • Gewicht 1.480 Gramm
  • Komplexe Mehrzonenverschäumung der EPS-Innenschale sorgt für optimale Stoßdämpfung.
  • Kopfpads und Kopfband der Innenausstattung sind herausnehmbar; die Wangenpolster können vom autorisierten Fachhandel ausgewechselt werden
  • Zur zusätzlichen Geräuschoptimierung ist ein Spezialwindabweiser mit integriertem Anti-Noise-Pad als Zubehör erhältlich.
  • Vom Visier geschützte Reflexaugen vorne und die rückseitigen Reflexpads sorgen für gute Erkennbarkeit bei Nacht.
  • Integriertes Sonnenvisier mit einem grossen, leicht zu betätigendem Schieber
  • Optionale Wechselblenden in verschiedenen Tönungen für die individuelle Abstimmung auf die Lichtverhältnisse für ermüdungsfreies Sehen bei längeren Fahrten.


Bericht

Vorab zum Preis: Dieser liegt einiges unter dem des S1 Pro, was das Portemonnaie schon mal klar entlastet. Klar, günstig ist er im Vergleich zu irgendwelchen Billiganbietern dennoch nicht. Aber wer will schon Kopf und Kragen riskieren, indem er beim Kopfschutz spart. Ich jedenfalls nicht! Daher ist der R1 sicherlich eine gute Investition in die eigene Sicherheit und damit in die eigene Zukunft, ganz abgesehen von der guten Optik. Mit dem Red-Spider z.B. macht man überall eine gute Falle! Das Schuberth-Helme nur etwas für "angestaubte" Gold-Wing-Fahrer sind, gehört längst der Vergangenheit an, spätestens seit Schumi seine Rennsporterfahrung der Weiterentwicklung der Schuberth-Helmpalette zur Verfügung stellt.

Was mich als ehemaligen S1-Fahrer besonders erstaunt hat, war der gute Sitz und der in meinen Augen höhere Komfort. Ich hatte den R1 als erstes auf einer Tour auf, die mich knapp 900 km (an einem Tag) bis runter nach Monaco führte. Das einzige, was ich als störend empfand, war eine kleine Druckstelle am hinteren Kiefer, wobei das natürlich je nach Träger nicht der Fall sein muss. Ansonsten hat er sich sehr gut angefühlt. Von der Lautstärke her war er vergleichbar mit dem alten S1.

Als wirklich gut stufe ich die Lüftung ein. Kein Wunder, ist der R1 doch als „Kinnfreier“ Helm ausgeführt, bzw. das kleine Kunststoffpolster unter dem Kinn fehlt im Vergleich zum S1. Das hat im Winter ggf. den Nachteil, dass es kühler wird als gewollt, aber erstens gibt es dafür die "Kinnlasche" optinal zu kaufen und zweitens kann man sich auch mit dem Halstuch behelfen, dass man zum Kälteschutz zwischen Jacke und Helm trägt. Ausserdem kann ich dank dem Zweistromprinzip (Lüftungsöffnung rechts und links oben am Helm, separat zu öffnen) gestuft kühlen. Sind allerdings beide Öffnungen voll auf, so herrscht schon fast Unterkühlungsgefahr! Was anzumerken ist: Bei geöffneten „Schiebern“ wird es etwas lauter im Helm. Das macht aber grundsätzlich nicht viel. Besser als beim S1 ist dagegen, dass ich den Helm dank der stärkeren Belüftung auch ohne Atemnot- und Überhitzungsgefahr für leichte Endurostrecken wie die Ligirsche Grenzkammstrasse benutzen kann.

Die Aerodynamik im Allgemeinen ist aber sehr gut, man stellt kaum irgendwelche Seitenkräfte fest, wie das bei anderen Helmen zum Teil der Fall ist.

Bzgl. Lautstärke hört man immer wieder, dass der R1 massiv lauter sei als der S1. Das mag stimmen für Fahrer, die keine Windschutzscheibe haben. Hinter der Scheibe einer normalen Tourenmaschine merke ich zumindest keinen massiven Unterschied zwischen meinem (ich gebe es zu: bereits 3-jährigen) S1 und dem R1. Das kommt nun aber doch zum Tragen, da der R1 ja eigentlich für Motorradfahrer mit Rennstreckenambitionen ausgelegt wurde. Auf jeden Fall habe ich noch nie einen Valentino Rossi mit grosser Windschutzscheibe oder Sonnenvisier gesehen. Das wäre dann nämlich der zweite Punkt, der dem R1 oft angekreidet wird: Auf Grund seines Sonnenvisiers bringt der R1 im Vergleich zu seinen Kontrahenten mehr Gewicht auf die Waage. Um gerecht zu bleiben muss ich aber auch sagen, dass die meisten rennstreckenerprobten Fahrer, die ich bisher gefragt habe keinen extra Rennstreckenhelm haben. Da ist es ein guter Kompromiss, dass der R1 auch mit Sonnenvisier ausgerüstet wurde. So kann der Helm nämlich auch zum täglichen Strassen- und Toureneinsatz gut verwendet werden.

Kleiner Wehrmutstropfen: Das Antifog-Visier zeigte leider schon nach der ersten Fahrt erste Abnutzungserscheinungen. So löste sich die Innenbeschichtung im Bereich der unteren Visierkante leicht ab. Da hatte ich aber wohl bloss ein Montagsvisier erwischt. Schuberth hat mir das Visier auf jeden Fall innert kürzester Zeit und ohne jegliche Diskussion ausgetauscht - das nenne ich mal vorbildlichen Kundenservice! Seither zeigten sich mit dem neuen Visier auf jeden Fall keine Probleme mehr.

Der rennsportbewährte DOPPEL-D-VERSCHLUSS sorgt für den richtigen Sitz des Helmes. Ich hatte bisher immer Helme mit Klicksystem. Doch habe ich mich schon nach kürzester Zeit an den Doppel-D-Verschluss gewöhnt. Sinnvollerweise fädelt man diesen nicht immer komplett aus, sondern belässt das letzte Stückchen drin, so spart man viel Zeit beim wieder anziehen. Komplettiert wird das Sicherheitspaket durch A.R.O.S. - das Anti-Roll-Off-System, das ein ungewolltes abstreifen des Helmes bei einem Unfall verhindert.