Motorradhelm Schuberth C3

Schuberth C3 - Sozusagen ein aufklappbarer "Integralhelm"

Speziell Positives

  • Der Helm ist auch in der Signalfarbe „Leuchtgelb“ erhältlich und zieht die Blicke auf sich (bessere Sicherheitswirkung ist kaum möglich!)
  • Deutliche Verbesserung des Verschlusses gegenüber dem C2, da er nun beidhändig bedienbar ist
  • Die Sonnenblende kommt deutlich tiefer runter als beim C2
  • Grosszügige Aussparung an den Ohren ist vor allem für Brillenträger ein Plus!
  • Pinlock-Visier für immer klare und deutliche Sicht
  • Helm liegt neutral in der Luft und verursacht keine starken Gegendrücke beim Wenden des Kopfes
  • Helm ist mit dem Anti-Roll-off-System ausgestattet

Speziell Negatives
  • Lüftungswirkung ist gegenüber dem C2 gefühlt vor allem im Hinterkopfbereich etwas schwächer, wobei das nur hinter der grossen Scheibe der BMW GS Adventure getestet wurde.
  • Für Frauen ist der Helm evtl. etwas schwer (was bei den vielen Extras und der hohen Sicherheit nicht verwundert, dafür hat man aber eben diese Extras!).

Allgemeines zum Helm
  • Gewicht: 1570 Gramm
  • Grössen: XS bis XXXL (Kopfgrössen 52cm bis 65 cm)
  • Aeroakustik: Extrem leise durch integrierten Akustikkragen und Anti-Noise-Pad (< = 84 dB(A) bei 100 km/h auf unverkleidetem Motorrad)

    Materialien:
  • Helmschale: Material der Schale: S.T.R.O.N.G.-Fibre (Glasfaser verpresst mit Spezialharz)
  • Innenschale: weiterentwickeltem Spezial-EPS-Schaum
  • Polsterung: COOLMAX® -Innenausstattung, allergenfrei, antibakteriell, herausnehmbar und waschbar
  • Helmverschluss: Micro-Lock-Ratschenschloss
  • Sichtbarkeit: Im Nackenpolster sowie frontal eingelassene Reflexaugen bzw. -pads, sowie sofern gewünscht Helm in Signalfarbe leuchtgelb

Bericht
Der Helm ist grundsätzlich erste Sahne, das schon mal vorab. Wir vergleichen ihn mit dem C2 der bei uns schon jahrelang gefahren wurde sowie dem BMW Enduro Helm, der für Offroad-Fahrten zur Anwendung kommt.

Als erstes sticht natürlich die Optik ins Auge. Der Helm zeigt visuell keine speziell erkennbaren Unterschiede zu einem Integralhelm. Sehr kompakt gebaut, sieht er einem solchen zwar zum verwechseln ähnlich, ist aber eben doch ein Systemhelm mit dem Vorteil des aufklappbaren Kinnteils. Aber auch wenn der Helm offen ist, so baut er weniger hoch, als der C2 oder andere Klapphelme (abgesehen vom BMW Systemhelm 6). Das kompaktere schlägt sich auch im Gewicht nieder. So ist er nach Herstellerangaben ca. 10% leichter als der C2!

Doch auch der Tragkomfort musste unter den „Einsparungen“ nicht leiden. Ohne Eingewöhnungszeit konnte der C3 auf unseren Touren bis zu 16 Stunden an einem Tag getragen werden. Der Zentralverschluss vorne stellt gegenüber dem C2 eine deutliche Verbesserung dar, da er nun endlich beidhändig bedienbar ist. Eine weitere Verbesserung: Die Sonnenblende kommt nun deutlich weiter runter als beim C2. Allerdings hat sich bei uns das Sonnenvisier schon am ersten Tag aus der Halterung gelöst und konnte nur noch mit Klebbband befestigt werden. Der Service von Schuberth hat aber ohne weiteres die Reparatur angeboten.

Die Aussparung an den Ohren, ist besonders für Brillenträger sehr wichtig und grosszügig bemessen - sehr gut.

Die Aeroakustik ist im Vergleich gegen den BMW Enduro (gefahren mit Visier, ohne Schirm) um Welten besser. Kein Wunder, handelt es sich doch beim C3 um den leisesten Systemhelm der Welt. Mit gerade einmal 84dB wird das Ohr bei 100km/h belastet – Neuer Rekord!

Da wir allerdings meist hinter der grossen Tourenscheibe der Adventure versteckt fahren, konnten wir von der neuen Lüftungswirkung nicht ganz so gut profitieren wie Fahrer unverschalter Motos. Die Lüftung im Wind (sprich: nicht hinter einer hohen Tourenscheibe) ist allerdings massiv besser. Wir hatten das Gefühl, dass die Lüftung des C3 besonders im vorderen Drittel besonders stark ausgeprägt ist, im hinteren Teils des Helms aber im Vergleich zum C2 schwächer ist. Übers Ganze gesehen ist sie aber besser, als die des C2.

Die Lüftung im Visierbereich ist beim BMW-Enduro-Helm auch bei geschlossenem Visier deutlich besser als beim C3. Der macht das aber mit der Doppelscheibe (Pin-Lock-Visier) spätestens beim ersten Regen wieder wett. Man kann bei geschlossenem Visier ganz normal Atmen, ohne dass die Sicht durch das Anlaufen des Visiers getrübt wird. Aufgefallen ist die nicht optimale Belüftung in erster Linie hinter einer Tourenscheibe (BMW R1200GS Adv). Wenn nicht das Visier mindestens auf eine Stufe geöffnet ist kommt es bei mediterranem Sonnenschein schnell zu einer unangenehmen Wärmeentwicklung am Gesicht.

Was enorm positiv ist und sich auch ganz direkt in Fahrkomfort auswirkt ist die Eigenschaft, wie neutral der Helm im Wind liegt. In der letzten Zeit häufig mit dem lang geschnittenen Endurohelm unterwegs, da wollte ich beim Abdrehen des Kopfes (nun mit dem C3 fahrend) immer Gegendruck aufbauen, damit es mir nicht den Kopf wegdreht, bis ich merkte, dass das bei diesem Helm völlig unnötig ist.

Das Fazit: Der C3 ist eindeutig ein würdiger Nachfolger für den C2 und wird sich auf Grund seines guten Aussehens, seines Komforts und sicherlich auch wegen seiner guten passiven Sicherheit (mittels Leuchtfarbe) einen sicheren Platz bei den Bikergemeinde erobern. Wir vertrauen auf jeden Fall auf diesen neuen Schuberth!