IXS - X-Protektorenshirt Warrior 3

Ich spreche aus eigener Erfahrung, Protektoren dienen der Sicherheit bzw. Gesundheit. Als ich in Bolivien mit knapp 100 Sachen wegen eines geplatzten Frontreifens von der Strasse abkam, wäre ich wohl im Rollstuhl geendet, hätte ich nicht eine gute Schutzkleidung getragen, unter anderem auch ein IXS-Rückenpanzer. Die Ärzte konnten es kaum fassen, dass ich da mit einem „blauen Auge“ bzw. einem angeknacksten Rippchen aus dem Spital rausmarschierte!

Ich möchte Ihnen daher schon vorab ans Herz legen: Wenn Sie schon Motorrad fahren und die Möglichkeit haben sich zu schützen, nutzen Sie die Gelegenheit, es kann den Unterschied zwischen Rollstuhl und aufrechtem Gang bedeuten!

 

Nun aber zu meinem Test:

Speziell Positives:

 

  •  Sicherer Halt/Positionierung aller Protektoren an den vorgesehenen Stellen dank Fixierriemchen und dadurch grösstmögliche Sicherheit bei einem Crash
  •  Bequemer, nicht scheuernder, weicher Schaumstoffkragen
  •  Rückenprotektor kann abgezippt werden, sollte man einen anderen haben, den man lieber trägt. Nach Abnahme des Rückenprotektors ist das Shirt maschinell waschbar.

 

Speziell Negatives:

 

  • Als negativ könnte man im Sommer evtl. die etwas dicke Stoffschicht bezeichnen, welche die einzelnen Protektoren verbindet. Im Vergleich zu anderen IXS-Protektoren, welche ein netzartiges Material aufweisen, ist dieses etwas weniger luftdurchlässig. Wer allerdings des öfteren auch in kälteren Jahreszeiten unterwegs ist, der wird diesen Nachteil bald als sehr angenehm empfinden
  • Der Rückenprotektor ist leicht und bietet gute Beweglichkeit, aber dies hat seinen Preis. Der Protektor erfüllt die TÜV-Prüfung wegen der freien Stellen nicht.

 

 

Bisher fuhr ich, wie oben beschrieben, meist mit einem einfachen Rückenprotektor, der mit einem Nierengurt kombiniert war (den kann man übrigens auch zum Skifahren oder boarden benutzen). Inzwischen habe ich auf Grund meiner immer wieder vorkommenden Touren über Kies, Schotter und Dreck, umgestellt und fahre mit dem X-Protektorenshirt Warrior 3 von IXS. Der eine oder andere wird sich wohl fragen, weshalb ich mich nicht auf die Protektoren verlasse, welche schon in meiner Jacke installiert sind. Dies hat den einfachen und vor allem logischen Grund, dass eine Jacke selten bis niemals hauteng anliegt und sich deshalb bei starken Scherkräften, wie sie bei Unfällen auftreten können, verschieben kann. So würden die Protektoren nicht mehr die gewünschte Schutzwirkung entfalten können, was aber eigentlich ja der Sinn eines solchen ist.

Auch beim Protektorenshirt Warrior 3 ist ein Rückenpanzer kombiniert mit einem Nierengurt vorhanden. Das ganze ist aber in ein stabiles Gewebeflies eingebunden, das auch noch andere Protektoren enthält. Allerdings lässt sich der Rückenprotektor separat abnehmen, wodurch das Shirt dann maschinell waschbar wird.

Als besonders gut empfinde ich persönlich die Zurrbändchen, welche am Unterarm befestigt sind. Mit ihnen kann man das Protektorenhemd in genau der Position festzurren, in welcher es am besten sitzt und somit die bestmögliche Schutzentpfaltung gewährleistet. Dazu kommen natürlich die Daumenlaschen, in welche man seine Damen beim Anziehen des Protektorenshirtes „einfädelt“. Die Zurrgurte an der Brust ermöglichen ein möglichst perfektes Sitzen der gesamten Schulterpartie.

Im Gegensatz zu einem Konkurrenzprodukt, dass wir auch schon getestet haben, hat das Warrior 3  allerdings zwei wesentliche Vorteile: Erstens weist dieses Shirt einen angenehmen, weichen, nicht scheidernden Kragen auf (beim anderen Produkt blätterte die Kragenbeschichtung relativ bald ab und verursachte unangenehme Scheuerstellen am Hals). Zweitens sind die Brustriemchen beim Warrioir 3 optimal positioniert, so dass wenn man sie anzieht keine Druckstellen entstehen.

Eine Eigenschaft, welche den einen oder anderen evtl. stören könnte ist die relativ geringe Luftdurchlässigkeit des Shirtes. Es ist im Gegensatz zu anderen Produkten nicht „gesteppt“, sondern durchgehend, was im Hochsommer zu stärkeren Erwärmungen unter dem Shirt führen kann. Allerdings ist das Protektorenshirt eher für den Motocross-Sport ausgelegt, wo man im Allgemeinen nur noch ein Hemd darüber trägt und keine komplette Jacke. Kombiniert man die Protektoren mit der Jacke IXS Montevideo (siehe Testbericht), so hat man allerdings eine sehr gute Durchlüftung garantiert. Fährt man zudem oftmals schon im Frühling oder ist bis in den kalten Spätherbst unterwegs, dann wird diese Eigenschaft kaum stören.

 

Speziell geschützt an folgenden Stellen:

 

  • Hartschalenprotektoren an Ellbogen
  • Hartschalenprotektoren an Schultern
  • Rückenprotektor (Level 1)
  •  Schutzelemente an Brust, Schulterblatt, Rippen und Oberarmen

 

 

Allgemeines zu Protektoren:

Protektor dürfen sich nur jene Schutzteile nennen, die nach der CE-Norm (EN 1621) geprüft sind. Neben der Form und Grösse, wird dort auch die stossdämpfende Wirkung vorgeschrieben.

Um diese Norm zu erfüllen, wird auf einen nach der oben erwähnter Norm geprüften Protektor ein fünf Kilogramm schwerer Schlagbolzen aus poliertem Stahl mit einem halbkugelförmigen Amboss fallen gelassen. Der Amboss ist dabei mit dem Protektor bedeckt. Dabei wird die Stossabsorbierende Wirkung des Materials geprüft. Gemessen wird also die Kraft, die nach dem Aufschlag des Prüfkörpers unter dem Protektor noch vorhanden ist. Je kleine diese Kraft, desto besser der Protektor

Bei mehreren solcher Schläge darf keine Restkraft über 50 kN (10N entsprechen ca. der Gewichtskraft von 1kg) und der Mittelwert muss unter 35 kN liegen. Schläge ohne Protektor (Stahlfallkörper auf -amboss), erzeugen ungebremst eine Spitzenkraft von ca. 150 – 180 kN.


Grössen: S bis 2XL

Gewicht: je nach Grösse bis 1.39 kg 

Material: 100% Polyamid