Camping-Ausrüstung

Tipps zum Ausrüstungskauf nach folgenden Themen geordnet:


Kocher
Wer eine grössere Reise plant kommt irgendwann mal auf den Punkt Verpflegung und somit zu deren Zubereitung. Dafür eignen sich mobile Kocher. Doch da stellt sich einem die Qual der Wahl. Welchen soll ich nehmen, Gas oder Benzin oder gar Diesel, oder doch einfach einen Einweg-Kocher?

Allgemein lohnt es sich zuerst das Ziel des Kochereinsatzes zu definieren: Für einmaligen Einsatz gibt es einfachste Versionen aus dem Detailhandel. Für Fernreisen hingegen müssen unterschiedliche Kriterien erfüllt sein:

Er solle möglichst einfach, leicht aber trotzdem robust, klein sein und mit möglichst allen Treibstoffen betreiben werden können. Ausserdem sollten sie eine grosse Heizleisutng haben, damit man das zu Kochende auch wirklich zum kochen bringt. Doch genau da tauchen weitere Fragen auf: Was ist wichtiger, dass er leicht ist, dass er klein ist,...?

Kocher für den einmaligen Einsatz: Dies müssen, sofern nicht gerade ein 14-Sterne-Gault-Millau-menu gezaubert werden will, nicht viel bieten und müssen daher auch nicht besonders robust sein. Es eignen sich Kocher, die man im heimischen Einkaufszentrum kaufen kann. Sie sind günstig und eben einmal verwendbar.
Kocher für den Ferieneinsatz: Diese sollten im vergleich zum Einweg-Kocher schon einige stabiler sein. Sie können mit Gas, Spiritus oder anderen Treibstoffen betrieben werden. Dabei ist zu beachten, dass Gaskartuschen nicht im Flugzeug transportiert werden dürfen aber immerhin an den meisten Tourismusorten Europas zu bekommen sind. Allerdings sind sie für Wintercamper evtl. nicht so ideal, da Butangas unter Null Grad nicht mehr gut brennt. Spirituskocher sind dafür meist nicht verstellbar in ihrer Leistung.
Kocher für den Fernreiseeinsatz: Hier sollte einerseits auf die Robustheit und andererseits auf den Brennstoff-Nachschub grossen Wert gelegt werden. Denn was bringt einem ein Kocher, der auf Grund von fehlendem Brennstoff nicht brennt? Ideal haben sich dafür vor allem Benzin und Kerosinkocher  oder noch besser Multibrennstoffkocher im Stile des MSR Dreagonfly entpuppt. Je mehr verschiedene Brennstoffe verwendet werden können, desto unabhängiger ist man.
Einerseits sind sie sehr robust und andererseits hat man nie ein Problem mit dem Treibstoff, denn einen Tank hat jedes Motorrad oder Auto und das Benzin daraus kann man ideal fürs kochen verwenden. Ich kann dies übrigens aufgrund meiner Südamerikatour, auf welcher ich einen solchen verwendete bestätigen.

Schlafsack
Schlafsack – Kunstfaser oder Daune
Auch hier gilt wie fast überall, wenn’s um Ausrüstung geht: Definiere als erstes möglichst genau den Einsatzzweck, denn dieser hat entscheidenden Einfluss auf die weitere Auswahl.

Ein Alleskönner gibt es bis heute nicht, auch von der Natur her. Klar, Daune hat viele Vorteile gegenüber Kunstfaser, aber eben auch Nachteile. Die Frage ist nun, welche Eigenschaften sind wichtiger?

Vorteile Kunstfaser:

  • Kunstfasern halten das Komprimieren auf die Länge besser aus als Daunen, das heisst vor allem bei langen Reisen, wo der Schlafsack immer wieder verstaut werden muss, hält sich der Kunstfaserschlafsack besser. Allerdings lässt sich ein Kunstfaserschlafsack gegenüber einem Daunenschlafsack weniger klein komprimieren. Er ist also im komprimierten Zustand etwas grösser als ein entsprechender Daunenschlafsack.
  • Weniger Empfindlich auf Feuchtigkeit als Daunen. Dies ist insbesondere bei Reisen in tropischen Gebiete von Interesse, da dort oft sehr hohe Luftfeuchtigkeiten herrschen. Auch im Zelt, wo es eher mal Kondenswasser geben kann, ist ein Kunstfaserschlafsack eher von Vorteil

Vorteile Daunen:

  • Durch die bessere Isolationswirkung der Daunen gegenüber Kunstfasern ist ein Daunenschlafsack meist leichter als ein Kunstfaserschlafsack für den gleichen Temperaturbereich.
  • Daunen lassen sich besser komprimieren als Kunstfasern, das heisst, sie benötigen weniger Stauraum als ein Kunstfaserschlafsack. Dabei gehen allerdings Daunen schneller kaputt, was dann längerfristig zum Nachteil wird, sollte man das Komprimieren zu stark ausreizen.


Auf was muss aber bei jedem Schlafsack geachtet werden, abgesehen ob Kunstfaser oder Daune?

Länge: Es ist wichtig, dass der Schlafsack lang genug ist. Ist er zu kurz stösst man mit den Füssen am Ende an und drückt die Isolationsschicht des Schlafsackes zusammen, entsteht eine Kältebrücke und man riskiert damit, wenn’s gut kommt, nur  kalte Füsse. Zu lang sollte er aber auch nicht sein, denn alles Volumen, dass durch den Körper nicht ausgefüllt wird, muss zusätzlich vom Körper aufgewärmt werden. Daher ist eine genaue Anpassung optimal.
Kapuze: Eine gut einstellbare und vor allem auch eng anpassbare Kapuze bringt mehr als ein Mehr and Füllmaterial. Dies deshalb, weil der Mensch vor allem an Kopf und Nacken empfindlich sind auf Wärmeverluste. Ausserdem sollte man den Schlafsack und auch die Kapuze einfach von innen „bedienen“ können, schliesslich soll man ja darin schlafen und jederzeit die gewünschte „Temperatureinstellung“ am Schlafsack anpassen können.
Reissverschluss: Der Reissverschluss sollte innen mit Futtermaterial überdeckt sein, denn sonst bildet sich dort eine Kältebrücke. Ideal sind auch leuchtend Reissverschlussköpfchen, damit man in der Dunkelheit nicht lange nach diesem suchen muss, sondern ihn gleich findet.
Nähte: Die Nähte sollten nicht komplett von der Oberfläche bis hinunter auf die Innenseite durchgesteppt sein, denn auch dort würden sich sonst Kältebrücken bilden, was äusserst unangenehm sein kann.
Innensaum: Schlafsäcke für tiefe Temperaturen sollten im Bereich des Halses einen Innensaum mit Gummizug aufweisen. So kann der Wärmeverlust durch die Kopföffnung des Schlafsackes auf einen kleinen Bereich reduziert werden.
Verwendungszweck: Es gibt für jeden Zweck einen Schlafsack. Je kälter das erwartete Umfeld, desto mehr wird der Schlafsack mit Isolationsmaterial (Daunen oder Kunstfasern) gefüllt. Wichtig ist daher, dass man sich selbst, aber auch die temperaturbezogene Umgebung des Einsatzgebietes kennt. Denn ein Schlafsack wird umso schwerer, umso mehr er für extrem tiefe Temperaturen ausgelegt werden muss

 

Wasserdesinfektion

Wasserdesinfektion ist besonders in abgelegenen Gegenden wichtig. Ich brauchte dies auf meiner mehrmonatigen Südamerikatour genauso wie auf meinen Touren durch das Schwedische Hinterland oder durch Rumänien. Allerdings meist nur in eingeschränktem Masse. Trotzdem darf man dieses Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wer weit abseits der "Zivilisation" unterwegs ist, was vor allem bei Fernreisen vorkommt, sollte sich überlegen, was sich für ihn lohnt und was sinnvol ist oder bei Ferientouren, was interessanrt ist um eine gewisse Unabhängigkeit zu erreichen.

Wird man immer wieder in diese Situation kommen, wo man auf desinfiziertes/behandeltes Wasser angewiesen ist, oder will man nur auf eine Notfallsituation vorbereitet sein, die hoffentlich nie eintritt. Oder hat man gar vor irgendwo abseits einige Tage zu zelten und will dafür nicht 20 Liter Wasser mitschleppen, sondern sich diese am nächsten Bach zu organisieren? 

Anhand dieser Vorabklärungen ergibt sich schon fast die Lösung zur Qual der Wahl an möglichen Mitteln. Es gibt heutzutage verschiedene Wege, sich Wasser zu organisieren. Ob ich Wasser mit Chemikalien desinfiziere, das Wasser durch einen Filter presse oder allen Einzellern mittels starkem UV-Licht den Garaus mache, lässt sich anhand einer möglichst genauen Definition der zu erwartenden Situationen am besten festlegen. Ich habe unten einige Produkte und Marken aufgelistet, die man sich näher anschauen sollte, bevor man sich von der zivilisierten Welt verabschiedet, auf dass man seine Reise ins Nirgendwo nicht plötzlichen wegen akut ausgebrochener Cholera oder anderen üblen Krankheiten abbrechen muss. 

Wasserbehandlung (Filter/Tabletten/UV-Lampe)

Marken Produkte:
Katadyn Pocket Filter, Mini Filter, Hiker Filter, Micropur Entkeimung
MSR Miniworks 2 Filter
Touratech Miox Purifier, Sweetwater Guirdian, CarePlus-Aqua Clean Entkeimung
Exped Steripen (UV-Lampe), Certisil-Argento Entkeimung (siehe mein Testbericht )
Romin Keimfrei KF01, KF07 Entkeimung
Multiman Chlorosil, Purosil Entkeimung
Fritz Berger Wasserdesinfektion, Osram Puritec (UV)
McNett Aquamira