Umbrail


Der Umbrail stellt in der Schweizerpässeliste eine Besonderheit dar. Nicht nur, dass er der höchste Schweizer Pass ist, sondern er ist auch eine der wenigen Alpenüberquerungen, die offiziell noch nicht komplett über einen durchgängigen festen Belag verfügen. Zudem ist dieser Pass „einseitig“, denn eigentlich ist nur die eine Seite auf Schweizer Boden. Die andere ist Italienisch. Der Umbrail ist sozusagen ein Zubringerpass zum Stilfserjoch (Stelvio), das zu einem der höchsten befahrbaren Punkten Europas zählt.

Rein fahrerisch macht eine Überquerung von Nord nach Süd Sinn, also von Santa Maria aus, dem letzten Dorf im Val Mustair vor der Grenze zu Italien, denn die Nordseite ist mit Kurven nur so gespickt. Auf 14 Kilometer Passstrasse drängen sich 34 Spitzkehren, demnach im Schnitt alle 400 Meter eine.

Diese Strecke eignet sich vor allem für leichte und Schotter liebende sowie schlagabsorbierende Supermotos und/oder Enduros. Nach einigen z.T. sehr engen asphaltierten Kehren gelangt man auf ein Zwischenstück aus Kies. Auch mit Strassenmaschinen ist dieses gut befahrbar. Allerdings ist dort aus Rücksicht auf die Verkleidung von höheren Tempi abzusehen, denn hoch spickende Steine hinterlassen schon mal Spuren.

Nach dem Kiesteil kommt eine kleine Brücke, von wo an wieder asphaltiert ist. Allerdings lässt die Qualität für gewisse Leute sicherlich Wünsche offen. Wieder folgen in idealem Abstand 180er Kehren, während man sich rasch in die Höhe schraubt. Kurz nach der Passhöhe findet man sich schon am Zollgebäude wieder. Dieser ist jedoch selten besetzt, so dass man sich dort eigentlich nie in einer Reihe anstellen, geschweige denn Ausweisdokumente vorweisen müsste. Jedoch muss man sich entscheiden, ob man nun nach links hinauf zum Stelvio-Pass fährt oder ob man rechts ins Tal nach Bormio abzweigt.