Col du Galibier


Der Col du Galibier gehört definitiv zu jenen Pässen Europas, die man sicher einmal gefahren haben sollte und das, wenn möglich von der Nordseite her, denn erst dann kann man die vielen Kurven richtig geniessen.

Von St. Michelle de Maurienne aus macht man zuerst den Aufstieg zum Col du Télégraphe, welcher zwar nicht sehr lang ist, aber an sich schon ein Highlight. Auf dieser kurzen Strecke verstecken sich derart viele kleine und grosse Kurven, dass man am liebsten gleich nochmals runter fahren würde, um das ganz zu wiederholen, nur evtl. mit etwas mehr Schräglage. Aber der eigentliche Pass, also der Col du Galibier folgt erst jetzt. Nach einem kleinen graden Stück beginnen die ersten Kurven und die hören so schnell auch nicht wieder auf. Hier lässt es sich wunderbar im Supermoto-Style hochdüsen, denn der Belag ist griffig und die Kurven schön rund. Ausserdem erwartet einem mal wieder ein geniales Panorama. Je höher, je besser. Und die Abendsonne tut ihr übriges dazu, um das Bild zu perfektionieren.

Der Galibier bietet ausserdem den Luxus eines kleinen Tunnels unterhalb der Passhöhe, so gibt es doch ordentlich viele Dosenfahrer, die sich für das Tunnel entscheiden und so die letzten Kurven den Bikern überlassen.

Wenn man schönes Wetter und etwas Glück hat, so kann man von der Passhöhe aus den Mont Blanc sehen. Die Abfahrt vom Galibier auf die Südseite ist dann nicht mehr so aussergewöhnlich, denn in diesem Punkt hat er eine Gemeinsamkeit mit dem Umbrail, nämlich, dass er auf der Südseite in einen anderen Pass mündet, bevor man im Tal angekommen ist. Bloss das der hier folgende Pass nicht halb so lustig ist, wie der Stelvio. Hier handelt es sich im Gegenteil zum kurvenreichen, engen Stilfserjoch um eine langgezogene, Autobahnähnliche Strecke bis runter nach Briacon, ideal für Supersportler.