Der Helm

Es gibt unzählige Helme in verschiedensten Preisklassen und diversen Materialien auf dem Markt. Doch welcher ist wirklich gut, welcher passt für wen? Folgende Kriterien sollten in der angegebenen Reihenfolge bei der Auswahl des Helmes berücksichtigt werden:

  • Sicherheit
  • Passform
  • Komfort
  • Preis
  • Funktionalität (Lärm etc.)
  • Design

 

Helmtypen
Es sind grundsätzlich verschiedene Helmtypen im Handel erhältlich:

  • Integralhelm: Der Integralhelm ist der Sicherste aller Varianten. Er schützt den Kopf rundum und lässt nur gerade für das Visier einen offenen Platz.
  • Systemhelm: Dies ist ein Helm, bei welchem man den Kinnteil inklusive Visier aufklappen kann. Man nennt sie deshalb auch Klapphelme. Sie eignen sich vor allem für Tourer, die oft fotografieren.
  • Jethelm: Eine Weiterentwicklung der Halbschalenhelme. Sie bieten leider keinen Schutz für das Gesicht und die Kinnregion, da meist nur ein Visier die Partie abdeckt. Die Fliegen, die man sich auf einer sommerlichen Tour mit den Zähnen einfängt, dürften im Vergleich dazu das kleinere Übel sein.
  • Crosshelm: Ein sehr leichter Intergralhelm, der ohne Visier auskommt, sehr viel luftiger ist und so dem sportlich ambitionierten Endurofahrer entgegen kommt. Auf Grund des fehlenden Visiers ist der Crosser auf eine Schutzbrille angewiesen.

 
Helmschalenmaterialien

  • Thermoplast: Im Gegensatz zu Duroplasten reagieren Thermoplaste ohne zusätzliche Lackschicht, die das Licht vom Kunststoff abhalten würde, empfindlich auf UV-Strahlen und Lösungsmittel. Da diese Materialien aber, bedingt durch ihr Herstellungsverfahren, komplett durchgefärbte Kunststoffe ergeben, sieht man leichte Kratzer nicht so schnell. Dies hat den Vorteil, dass der Helm länger neu aussieht, aber gleichzeitig den Nachteil, dass evtl. tiefere Verletzungen der Helmschale nicht schnell genug erkannt werden. Thermoplaste werden aus Granulaten hergestellt, die unter Hitzeeinwirkung in eine zweiteilige Form gespritzt werden. Nach dem Abkühlen klappt man diese Form auseinander und schon ist das Teil fertig. Der Preis ist dementsprechend tiefer als bei Duroplasten.
  • Duroplast: Bis zu sieben Schichten von Kunststoff und Fasern werden übereinander laminiert. Für Helme werden oft Polyester oder Epoxidharze zusammen mit Glasfasern oder Kohlefasern verwendet.
  • Polycarbonat (Thermoplast): Temperaturbeständig bis ca. 135°C, bis 145°C, wenn faserverstärkt. Beständig gegen Benzine, Fette, Öle, aliphatische Kohlenwasserstoffe, hingegen nicht beständig gegen starke Säure, Laugen, aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe sowie langzeitige Einwirkung von heissem Wasser.
  • Carbonfaser verstärkter Kunststoff: Siehe Lexikon > Carbon
  • Fiberglas: Auch als Glasfaser bezeichnet
  • Polyamid (Thermoplast): Es ist beständig gegen Benzin, Öle und Fette. Es ist nicht beständig gegen Licht (UV-Strahlung). Die Lebensdauer eines Helms aus diesem Material liegt bei etwa 5 Jahren und somit ca. 3-4 Jahre tiefer als bei Helmen aus Duroplasten.
  • ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Terpolymer): Gehört zu den Thermoplasten. Es weist eine hohe Schlag- und Kerbschlagzähigkeit auf. Ausserdem hat es ein hohes Schalldämpfungsvermögen sowie eine hohe Chemikalienbeständigkeit.

 
Helmverschluss
Der Helmverschluss besteht meist aus einem reissfesten Nylonreimen, welcher mit der Aussenschale vernietet wird. Im Zusammenhang mit dem eigentlichen Helmverschluss-Mechanismus gibt es mehrere Auswahlmöglichkeiten:

  • Drucktastenverschluss
  • Doppel-D-Ring-Verschluss

 
Helmpflege
Helme sollten immer mal wieder von Verunreinigungen befreit werden. Am besten nimmt man dazu lauwarmes Wasser und einen weichen Wolllappen. Auf irgendwelche Lösungsmittel organischer Natur sollte verzichtet werden, ausser es ist ausdrücklich in der Bedienungsanleitung zum Helm erlaubt. Das Innenfutter kann mit Helmpolsterreiniger gepflegt werden (Schmutz, Geruch). Ist das Visier einmal zerkratzt, sollte dieses ausgewechselt werden.

 
Sitz
Wie soll der Helm sitzen? Möglichst eng, so dass er auf keinen Fall wackelt. Nur schon deshalb ist das Unterfangen „Familienhelm“ kaum realisierbar. Jeder Mensch hat eine andere Kopfform und -grösse. Daher sollte ein Helm auf eine Person passen!

 
Haltbarkeit
Gemäss dem Institut für Zweiradsicherheit in Deutschland sollten Helme mit einer Aussenschale aus Thermoplast nach spätestens 5 Jahren erneuert werden, solche mit einer Schale aus Duroplast nach rund 8 Jahren.

 
Prüfzeichen
Ein jeder in der Schweiz in Verkehr gebrachter Helm müsste von Gesetzteswegen nach der Norm ECE22-05 geprüft worden sein. Ob dies der Fall ist, sieht man an der Etikette im Helminneren oder am Kinnriemen. Alle anderen sind offiziell zum Motorradfahren nicht zugelassen!

 
Helmaufbau
Die Aussenschale aus Duro- oder Thermoplast dient hauptsächlich dazu, Kräfte zu verteilen, und schützt ausserdem vor Stich- bzw. Stossverletzungen. Die Innenschale jedes Helmes besteht zu einem Grossteil aus Styropor (ESP). Dieser ist besonders Stoss absorbierend. Darauf aufgebraucht werden dann meist Stoff ummantelte Schaumstoffkissen, die einen idealen Sitz garantieren sollen. Dieser Stoff kommt mit der Haut in Kontakt. Es sollte daher darauf geachtet werden, dass dieses „Futter“ nicht kratzt. Dies kann vor allem auf längeren Touren ziemlich unangenehm werden.